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Von letz­ten Dingen

Novem­ber­kon­zert des ORSO­phil­har­mo­nic im Kon­zert­haus Freiburg
Chor & Orches­ter unter der Lei­tung von Wolf­gang Roese
Solis­tin: Eva Rydén – Sopran

InfosPro­grammFotosVide­os
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1. Novem­ber 2014

Kon­zert­be­ginn: 20 Uhr

Ein­lass: 19 Uhr

Ende gegen 22:30 Uhr

Tickets unter 0761 / 70 73 200

Ticket­hot­line besetzt von Mon­tag bis Frei­tag, 10–18 Uhr

Pro­gramm

Strauss: “Tod und Ver­klä­rung”, Vier letz­te Lieder
Holst: Cho­ral Hymns from the “Rig Veda”
Bruck­ner: Sym­pho­nie Nr. 9 d‑moll
Bar­ber: “Sure On This Shi­ning Night”, “Noc­turne”

ORSO star­tet mit sym­pho­ni­scher Wucht in die neue Saison

Chor und Orches­ter des ORSO­phil­har­mo­nic eröff­nen am 1. Novem­ber 2014 die neue Sai­son im Kon­zert­haus Frei­burg. Den dies­jäh­ri­gen Schwer­punkt des Novem­ber­kon­zerts bil­den die bei­den Kom­po­nis­ten Richard Strauss und Anton Bruck­ner. Wer­ke aus ihrer jeweils letz­ten Schaf­fens­pha­se ste­hen im Mit­tel­punkt des inzwi­schen schon tra­di­tio­nel­len Novem­ber­kon­zerts der ORSO­phil­har­mo­ni­ker: “Von letz­ten Dingen”.

Vom Ende des Lebens – davon erzäh­len Strauss „Vier letz­te Lie­der”, „Tod und Ver­klä­rung”, und die monu­men­ta­le Neun­te, zugleich letz­te Sym­pho­nie Bruck­ners. Wolf­gang Roese ver­pflich­te­te für “Vier letz­te Lie­der” erneut die schwe­di­sche Sopra­nis­tin Eva Rydén, die bereits für ihre Wag­ner- und Ver­di-Ari­en in der ver­gan­ge­nen Sai­son vom Frei­bur­ger Publi­kum gefei­ert wurde.

Mit sphä­ri­schen Stim­men taucht der phil­har­mo­ni­sche Chor des ORSO in die spi­ri­tu­el­le See­len­welt der Hin­dus ein: zwei Sät­ze aus Gus­tav Holsts „Cho­ral Hymns from the Rig Veda“ sor­gen für star­ke Kon­tras­te. Die Veden der Hin­dus, die ältes­ten hei­li­gen Tex­te der Welt, tei­len sich in vier Grup­pen. Eine davon ist die Rig Veda mit Hym­nen, ritu­el­len Gesän­gen und Anru­fun­gen von Feu­er, Was­ser, Son­ne und ande­ren Manifes­ta­tionen des Einen: Brah­man, der Gott­heit der Hindu-Religion.

“Wir sind inzwi­schen bekannt für unse­re außer­ge­wöhn­li­chen For­ma­te und Kon­zep­te. In fast allen Pro­gram­men fin­den sich schein­bar dis­pa­ra­te Wer­ke und Sti­le. Ich kom­bi­nie­re lei­den­schaft­lich ger­ne auf den ers­ten Blick “Gegen­sätz­li­ches”. Dabei kom­men immer wie­der über­ra­schen­de und über­wäl­ti­gen­de Erleb­nis­se zustan­de. “Von letz­ten Din­gen” sorg­te bereits 2011 für Furo­re: von der Ver­schrän­kung von Mahlers zwei­ter Sin­fo­nie und Mozarts Requi­em schwär­men Besu­cher noch heu­te!” (Wolf­gang Roese)

Werk­ein­füh­rung

Hin­ter­grün­de zu Kom­po­nist und Werk

Richard Strauss

Richard Strauss gilt heu­te als der letz­te Klas­si­ker und Roman­ti­ker. Dabei ist er musi­ka­lisch zugleich Avant­gar­dist und Kon­ser­va­ti­ver, Neue­rer und Bewah­rer. Sein Leben nahm von frühs­ter Jugend an einen gerad­li­ni­gen Lauf zum Erfolg: Der Sohn des viel­ge­rühm­ten 1. Hor­nis­ten des Münch­ner Hof­opern­or­ches­ters soll­te alle in ihn gesetz­ten Erwar­tun­gen weit über­tref­fen. Als Kapell­meis­ter und Hof­mu­sik­di­rek­tor in Mün­chen und Mei­nin­gen begeis­ter­te er Musi­ker wie Kol­le­gen mit sei­ner Diri­gen­ten­be­ga­bung. In Wei­mar erfüll­te er sich als 2. Kapell­meis­ter einen Traum und diri­gier­te Wag­ners Tris­tan, wäh­rend sei­ne sym­pho­ni­schen Dich­tun­gen bereits Musik­ge­schich­te schrie­ben. In sei­nen Jugend­kom­po­si­tio­nen ver­ar­bei­te­te er gewis­ser­ma­ßen die Musik­ge­schich­te von Bach bis Brahms, bis er ent­schied, die Nach­fol­ge sei­nes Vor­bilds Richard Wag­ner anzu­tre­ten. Dabei begriff Strauss die Musik viel spie­le­ri­scher als Wag­ner – als Spiel und Spie­gel der Gesell­schaft. Dies bil­det die Grund­la­ge sei­ner Kom­po­si­ti­ons­wei­se. Von Beginn an ziel­te er auf einen äußerst dich­ten, poly­pho­nen musi­ka­li­schen Satz hin, in dem mög­lichst jede Stim­me im Orches­ter spre­chen soll­te. Har­mo­nisch schöpf­te er die Dur-Moll-Tona­li­tät bis zum Extrem aus, wobei er den dis­so­nan­ten und poly­to­na­len Klän­gen ger­ne Ein­fa­ches ent­ge­gen­setz­te. Dass Strauss’ Klang­me­di­um das Orches­ter ist, wird an sei­ner bemer­kens­wert dif­fe­ren­zier­ten Instru­men­ta­ti­on sicht­bar, wofür ihn schon sei­ne Zeit­ge­nos­sen wie Kol­le­gen – bei­spiels­wei­se Gus­tav Mahler – bewun­der­ten. Unbe­strit­ten ist jeden­falls, dass Strauss als Ent­fa­cher der Moder­ne und als Voll­ender der Spät­ro­man­tik Genia­les geleis­tet hat.

Tod und Verklärung

Nach Fer­tig­stel­lung sei­ner 1890 urauf­ge­führ­ten Ton­dich­tung „Tod und Ver­klä­rung“ op. 24 ver­fass­te Strauss auf meh­re­re drän­gen­de Anfra­gen nach einem der Kom­po­si­ti­on zu Grun­de lie­gen­den Pro­gramm ein sol­ches. Aller­dings bemüh­te sich Strauss schon früh der dama­li­gen Inter­pre­ta­ti­ons­wut mit nüch­ter­nen Fak­ten Ein­halt zu gebie­ten. Merk­wür­dig mutet eine Todes­the­ma­tik an, war Strauss bei sei­ner Kom­po­si­ti­on doch erst 25 Jah­re alt. Unmiss­ver­ständ­lich wies er alle Spe­ku­la­tio­nen zurück:„Tod [und Ver­klä­rung] ist ein rei­nes Fan­ta­sie­pro­dukt – kein Erleb­nis liegt zugrun­de, krank wur­de ich erst zwei Jah­re danach.“

Strauss beschäf­tig­te sich zu die­ser Zeit aus­gie­big mit Scho­pen­hau­er und ande­ren phi­lo­so­phi­schen Strö­mun­gen, die sei­nen Blick über die jen­sei­ti­ge Schwel­le hin­aus­schwei­fen lie­ßen. Die Ton­dich­tung schil­dert nicht nur den Tod, son­dern das Ster­ben. So ver­stand er sei­ne Pro­gramm­stü­cke – deut­lich durch Liszt beein­flusst – als Dar­stel­lung eines ‘musi­ka­lisch poe­ti­schen Inhalts’, womit er noch vor der Jahr­hun­dert­wen­de nach­hal­ti­gen Ruhm erlangte.

Vier letz­te Lieder

Von ers­ten Ver­su­chen als Kind bis ins hohe Alter wid­me­te sich Strauss der Lied­kom­po­si­ti­on, als deren spä­ter nicht mehr über­trof­fe­ner Meis­ter er gilt. Die meis­ten sei­ner Lie­der sind mit der eige­nen Bio­gra­phie ver­knüpft, so auch die soge­nann­ten „Vier letz­ten Lie­der” – weder der Titel noch die Rei­hen­fol­ge stam­men von Strauss. Die­se sind Lie­der des Abschieds. Licht und Schat­ten eines geseg­ne­ten Musikerle­bens fin­den in den Gedich­ten von Eichen­dorff und Hes­se einen edlen Aus­druck. „Früh­ling”, wel­ches den Zyklus anführt, wirkt wie ein licht­durch­flu­te­tes Bild von hel­ler Geis­tig­keit. In inni­gem hoff­nungs­su­chen­dem Ton besingt „Sep­tem­ber” das Blü­hen des Gar­tens und das Ver­ge­hen der Natur. „Beim Schla­fen­ge­hen” klei­det Emp­fin­dun­gen des Abschieds in eine sanft modu­lie­ren­de Melo­die­li­nie, die von der Solo­vio­li­ne an den Solo­so­pran wei­ter­ge­ge­ben wird – das in sei­nem Melos am stärks­ten inspi­rier­te Stück. Den Höhe­punkt bil­det das meis­ter­lich durch­schei­nend instru­men­tier­te „Im Abend­rot”, das bei der Her­aus­ga­be des Zyklus’ an das Ende gestellt wur­de. Wie eine zar­te Remi­nis­zenz zieht im Horn das Haupt­the­ma aus „Tod und Ver­klä­rung” vor­über. Nicht in Schu­bert­scher Schwer­mut klingt das Lied aus, son­dern in Leich­tig­keit und Zär­te. Ein Abschied ohne Bitternis.

Anton Bruck­ner

Anton Bruck­ner (1824–1896) war zu Leb­zei­ten ver­kannt und umstrit­ten. Heu­te gilt er als der bedeu­tends­te Sym­pho­ni­ker nach Beet­ho­ven und vor Gus­tav Mahler, was die Ori­gi­na­li­tät, Kühn­heit und Monu­men­ta­li­tät sei­ner Musik angeht. Das Bild des Men­schen Anton Bruck­ner dage­gen ist immer noch ein gera­de­zu extre­mes Bei­spiel für die Macht der Vor­ur­tei­le. Von Hans von Bülow stammt das gern zitier­te Apercu:

“Bruck­ner, ein ein­fäl­ti­ger Mensch – halb Genie, halb Trottel.”

Anton Bruck­ner war ein Spät­be­ru­fe­ner. Sei­ne musi­ka­li­sche Selbst­fin­dung ver­lief selt­sam retar­diert und war von einem inten­si­ven musik­hand­werk­li­chen Lern­pro­zess beglei­tet. Als Leh­rer in St. Flo­ri­an – die­sen Beruf streb­te er zunächst an – mach­te er mit sei­nen vir­tuo­sen Impro­vi­sa­tio­nen an der Stifts­or­gel auf sich auf­merk­sam. Wäh­rend sei­ner Anstel­lung als Dom­or­ga­nist in Linz arbei­te­te Bruck­ner wei­ter ver­bis­sen an sei­nen kom­po­si­to­ri­schen Fähig­kei­ten. Die Stu­di­en bei Simon Sech­ter und dem Lin­zer Thea­ter­ka­pell­meis­ter brach­ten aller­dings nur weni­ge her­aus­ra­gen­de Kom­po­si­tio­nen her­vor. Erst in Wien fand Bruck­ner zu sei­nem typi­schen monu­men­ta­len Stil. Sei­ne Pro­fes­sur für Har­mo­nie­leh­re, Kon­tra­punkt und Orgel­spiel am Kon­ser­va­to­ri­um mar­kiert Bruck­ners Ent­wick­lung zum Sym­pho­ni­ker, ent­stan­den doch alle neun Sym­pho­nien dort. Deren gewal­ti­ger Ges­tus steht jedoch in einem selt­sa­men Kon­trast zu sei­ner Per­sön­lich­keit, die oft als defi­zi­tär und pro­vin­zi­ell beschrie­ben wur­de. Bei sei­nen Zeit­ge­nos­sen galt er nicht nur als naiv und ein­fäl­tig, sein Ver­hal­ten wur­de als unge­schickt und lächer­lich beschrie­ben. Dar­über­hin­aus galt er als über­mä­ßig ehr­gei­zig. Die­ses Per­sön­lich­keits­bild ankert offen­bar in Bruck­ners hef­ti­gem inne­ren Kon­flikt: Eine inne­re Zer­ris­sen­heit zwi­schen Ehr­furcht und Ehr­geiz, die Unter­wer­fung unter jeg­li­che Vor­schrift und sein eben­so zwang­haf­ter Drang nach Selbst­ver­wirk­li­chung schei­nen der Schlüs­sel zu sei­nen Eigen­tüm­lich­kei­ten zu sein; wie bei­spiels­wei­se sei­nem selt­sam anmu­ten­den Drang nach sozia­lem Auf­stieg oder sei­ne maß­lo­se Wag­ner­ver­eh­rung – ihm wid­met er sei­ne drit­te Sym­pho­nie. Sel­ten präg­te ein Cha­rak­ter­bild eines Kom­po­nis­ten der abend­län­di­schen Musik­ge­schich­te die Rezep­ti­on sei­ner Wer­ke so stark. Selbst dort, wo man Bruck­ners Musik nicht als das Werk eines „Irren” abge­tan hat­te, frag­te man sich, wie ein sol­cher Mensch eine sol­che Musik habe schaf­fen kön­nen. Allen Geg­nern und Pola­ri­sie­run­gen zum Trotz sieht man Bruck­ner heu­te zwei­fel­los als Weg­be­rei­ter der Neu­en Musik an.

9. Sym­pho­nie

Die Fer­tig­stel­lung sei­ner Neun­ten Sym­pho­nie blieb Bruck­ner bekannt­lich nicht mehr ver­gönnt. Wäh­rend sei­ner Arbeit am Final­satz ver­starb er, womit ein Ada­gio – eben­so wie bei Gus­tav Mahler – den Schluss­punkt sei­nes Gesamt­werks dar­stellt. Nicht nur als letz­tes Wort Bruck­ners ver­dient die Neun­te Sym­pho­nie beson­de­re Auf­merk­sam­keit, son­dern sie bil­det zusam­men mit den bei­den ande­ren d‑Moll-Sym­pho­nien ein Schlüs­sel­werk in sei­nem Schaf­fen. Die Kri­tik sei­ner Zeit­ge­nos­sen, sei­ne d‑Moll-Sym­pho­nie bezie­he sich auf die Neun­te Sym­pho­nie Beet­ho­vens, kom­men­tier­te er gelas­sen: „Was kann ich dafür, dass mir das Haupt­the­ma in d‑Moll ein­ge­fal­len ist; es ist halt mei­ne Lieb­lings­ton­art!“. In dem Werk, des­sen voll­ende­te Sät­ze zum Groß­ar­tigs­ten gehö­ren, das die Musik des 19. Jahr­hun­derts her­vor­ge­bracht hat, bün­del­te Bruck­ner die Errun­gen­schaf­ten sei­ner bis­he­ri­gen Sym­pho­nien. So ist auch die Neun­te von star­ken dyna­mi­schen Kon­tras­ten durch­zo­gen und wird von einem Schwel­gen in der Klang­pracht des vol­len Orches­ters geprägt. Zudem fin­det sich in ihr die von der Orgel abge­hör­te Regis­ter­in­stru­men­ta­ti­on, die an den Anblick goti­scher Kathe­dra­len den­ken lässt. Hin­sicht­lich Monu­men­ta­li­tät, Har­mo­nik und Dis­so­nanz­be­hand­lung deu­tet sich aller­dings ein Weg an, der spä­ter von Gus­tav Mahler wei­ter­ge­schrit­ten wur­de – im Span­nungs­feld von eksta­ti­scher Visi­on und kata­stro­phi­schem Zusam­men­bruch. Bruck­ner schien geahnt zu haben, dass er die Sym­pho­nie nicht wür­de fer­tig­stel­len kön­nen, wenn­gleich sich die Ent­ste­hung der Sym­pho­nie über fast ein Jahr­zehnt erstreck­te. Noch zu Leb­zei­ten schlug er vor, sein Te Deum als Final­satz anzu­fü­gen. Die­se Pra­xis wird jedoch kaum beach­tet, da das Ada­gio durch sei­ne Grö­ße, aber auch durch die Gestal­tung der Durch­füh­rung und der Höhe­punkt­bil­dung über einen aus­ge­spro­che­nen Final­cha­rak­ter ver­fügt, sodass die durch Fer­di­nand Löwe ins Leben gesetz­te Ver­klä­rung des drei­sät­zi­gen Frag­men­tes „unvoll­endet, doch kei­ner Voll­endung bedür­fend” bis heu­te fortwährt.

Samu­el Barber

Bar­ber begann im Alter von sie­ben Jah­ren zu kom­po­nie­ren. Mit neun hat­te er sich für die­se Kar­rie­re ent­schie­den. In einer Mit­tei­lung, die er sei­ner Mut­ter schrieb, erklär­te er:

„Mei­ne Bestim­mung ist, Kom­po­nist zu sein, und ich bin sicher, dass ich das wer­de […] Ver­lang nicht von mir, die­se uner­freu­li­che Sache zu ver­ges­sen und Foot­ball spie­len zu gehen – bitte.“

Er stu­dier­te am Cur­tis Insti­tu­te of Music in Phil­adel­phia, bevor er 1935 Mit­glied der Ame­ri­can Aca­de­my in Rom wur­de. Im Jahr dar­auf schrieb er sein Quar­tett in B‑dur, des­sen bekann­ten zwei­ten Satz er für Streich­or­ches­ter als Ada­gio for Strings (UA. 1938 unter Arturo Tos­ca­ni­ni) arrangierte.

Die Popu­la­ri­tät des Ada­gio hat den Rest von Bar­bers Schaf­fen über­strahlt. Er wird jedoch als einer der talen­tier­tes­ten ame­ri­ka­ni­schen Kom­po­nis­ten des 20. Jahr­hun­derts ange­se­hen. Er ver­mied den Expe­ri­men­ta­lis­mus eini­ger ande­rer Kom­po­nis­ten sei­ner Gene­ra­ti­on und bevor­zug­te rela­tiv tra­di­tio­nel­le Har­mo­nien und For­men. Sein Werk ist melo­di­ös und wur­de oft als die „neo-roman­ti­sche Peri­ode“ in der Musik beschrie­ben. Kei­nes sei­ner ande­ren Wer­ke kam der Popu­la­ri­tät des „Ada­gio“ nahe, aber eini­ge wer­den noch immer auf­ge­führt und aufgenommen.

Sein Lebens­ge­fähr­te war der Kom­po­nist Gian Car­lo Menotti.

Sure On This Shi­ning Night

Sure on this shi­ning Night aus Four Songs, op. 13 (Text – James Agee)

Die vier Lie­der Samu­el Bar­bers ver­hal­ten sich nicht so ein­heit­lich in Text und Musik wie sein frü­he­res Opus 10. Durch kla­re Bil­der und musi­ka­li­scher Metrik reg­ten die Gedich­te Bar­ber zur Ver­to­nung an. Außer­dem spie­len sie auf sei­ne dama­li­gen Erleb­nis­se an.
“Sure on this shi­ning night” op. 13, Nr. 3 ist der ers­te der bei­den Tex­te des zeit­ge­nös­si­schen Lyri­kers James Agee, die Bar­ber ver­ton­te. Das ursprüng­lich unbe­ti­tel­te Gedicht wur­de in Agees ers­tem Gedicht­band “Per­mit Me Voya­ge” im Jahr 1934 veröffentlicht.

Bar­bers Ver­to­nun­gen erin­nern an Lie­der von Schu­mann und Brahms: Dies wird nicht nur in der lan­gen lyri­schen Melo­die­li­nie offen­bar, sowie in einer Art zwei­stim­mi­gen Kanon zwi­schen Gesang und Beglei­tung, son­dern vor allem in der Ähn­lich­keit zwi­schen Bar­bers pochen­der Akkord­be­glei­tung, wie in Schu­manns “Ich grol­le nicht” oder “Lie­bes­treu”.
Dies könn­te zum Erfolg der Bar­ber-Lie­der in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten sowie in Euro­pa bei­getra­gen haben. Außer­dem gehört vor allem “Sure on this shi­ning Night” zu den Lieb­lings­stü­cken der bedeu­tends­ten afro­ame­ri­ka­ni­schen Opern­sän­ge­rin der 1960er und 1970er Jah­re, Mar­ti­na Arro­yo. In ihrem Unter­richt nutz­te sie die­ses Lied um die Tech­nik des pia­nis­si­mo can­ti­le­na zu leh­ren. Ver­mut­lich des­halb hat­te sie auch auf ihren Tour­neen durch Euro­pa auch Bar­ber-Songs im Repertoire.

Die Bekannt­heit von “Sure on this shi­ning Night” wird an einer Anek­do­te deut­lich, die Bar­ber selbst ger­ne erzähl­te. Nach­dem er eine neue Woh­nung in New York City bezog, wei­ger­te sich zunächst sein Tele­fon­an­bie­ter ihm sei­ne neue Num­mer am Tele­fon mitt­zu­tei­len. Erst nach­dem er sei­ne Iden­ti­tät damit bewies, indem er die mar­kan­te Phra­se von “Sure on this shi­ning NIght” vor­sang, glaub­te man ihm.
Die erfolg­rei­che und lang­wäh­ren­de Bekannt­heit ver­an­lass­te Bar­ber zu einem Arran­ge­ment für Chor – drei­ßig Jah­re nach der Komposition.
(aus Heyman, Bar­ba­ra: “Samu­el Bar­ber. The Com­po­ser and his music”)

Sure on this shi­ning night
Of star made shadows round,
Kind­ness must watch for me
This side the ground.
The late year lies down the north.
All is hea­led, all is health.
High sum­mer holds the earth.
Hearts all whole.
Sure on this shi­ning night I weep for wonder
wan­d’ring far alo­ne Of shadows on the stars.

aus dem Gedicht­band “Per­mit Me Voya­ge” (1934) von James Agee

Das bekann­tes­te Werk des ame­ri­ka­ni­schen Dich­ters, Jour­na­lis­ten, Dreh­buch­au­tor und Film­kri­ti­kers James Agee (1909–1955) ist wohl sein Roman “A Death in the Fami­liy”, beru­hend auf auto­bio­gra­phi­schen Ereig­nis­sen sei­ner frü­hen Jugend. Erst post­hum wur­de das Werk ver­öf­fent­licht und Agee mit dem Pulit­zer-Preis ausgezeichnet.
Nach­hal­ti­ge Berühmt­heit erreich­te er außer­dem als Autor der Dreh­bü­cher zu den Hol­ly­wood-Klas­si­kern “Afri­can Queen” und “Die Nacht des Jägers”.

Noc­turne

Noc­turne aus Four Songs op. 13 (Text – Fre­de­ric Prokosch)

Noc­turne
Clo­se my dar­ling both your eyes,
Let your arms lie still at last.
Calm the lake of fal­se­hood lies
And the wind of lust has passed.
Waves across the­se hope­l­ess sands
Fill my heart and end my day.
Under­neath your moving hands
All my aching flows away.

Even the human pyramids
Bla­ze with such a lon­ging now:
Clo­se, my love, your tembling lids,
Let the mid­night heal your brow,
Nor­thward fla­mes Orion’s horn,
West­ward th’ Egyp­ti­an light.
None to watch us, none to warn
But the blind eter­nal night.
(aus “The Car­ni­val”, 1938)

Fre­de­ric Pro­koschs Lie­bes­ge­dicht erschien im 1938 erschie­nen Gedicht­band “The Car­ni­val”. Bar­ber wähl­te aus den ursprüng­li­chen fünf Ver­sen die vier Ver­se aus, dich von The­ma Lie­be han­deln. Ver­mut­lich ver­ton­te Bar­ber die­ses ein wenig rät­sel­haf­te Gedicht von Pro­kosch auf­grund ihrer Freund­schaft; Bar­ber gestand spä­ter, dass “ihn der Text nicht begeis­ter­te”, die “Musik jedoch gera­de­zu aus ihm heraussprudelte.”

Die Urauf­füh­rung sei­nes Lie­der­zy­klus’ op. 13 fand am 04. April 1941 durch die Sopra­nis­tin Bar­ba­ra Trox­well in New York City statt.

(aus Heyman, Bar­ba­ra: “Samu­el Bar­ber. The Com­po­ser and his music”)

  • Strauss: Tod und Verklärung

    Dani­el Har­ding & Ber­li­ner Philharmoniker

  • Richard Strauß: Vier letz­te Lieder

    Sym­pho­nie­or­ches­ter des Baye­ri­schen Rund­funks; Ltg. Mariss Jansons
    Anja Har­te­ros, Sopran

  • Bruck­ner – Sym­pho­ny No. 9 in d‑moll

    Auf­nah­me mit Ser­giu Celi­bi­da­che und den Münch­ner Philharmonikern

  • Gus­tav Holst – Cho­ral Hymns from the Rig Veda, Op. 26

    Sir David Will­cocks, Roy­al Philar­mo­nic Orchestra

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