A Sea Symphony

Soli­da­ri­täts- & Mitsingkonzert

Gro­ßer Chor & Orches­ter des ORSOphilharmonic
unter der Lei­tung von Wolf­gang Roese
28. Novem­ber 2016
Phil­har­mo­nie Berlin

28. Novem­ber 2016

Phil­har­mo­nie Berlin

Kon­zert­be­ginn: 20 Uhr

Ein­lass ab 19 Uhr

Ende gegen 22:00 Uhr

Pro­gramm

Sym­pho­nie Nr. 9 “Aus der Neu­en Welt”
(Antonín Dvorák)

“A Sea Symphony”
(Ralph Vaug­han Williams)

Chor & Orches­ter des ORSOphilharmonic
Solisten:

Fen­na Ogra­jen­sek, Maastricht
Rafa­el Fin­ger­los, Staats­oper Wien

Mit­sing-Kon­zert

Musi­ka­li­sche Lei­tung: Wolf­gang Roese

Behold, the sea itself,
And on its limit­less, hea­ving breast, the ships;
See, whe­re their white sails, bel­ly­ing in the wind, speck­le the green and blue,
See, the steam­ers coming and going, steam­ing in or out of port,
See, dus­ky and undu­la­ting, the long penn­ants of smoke.

(I A Song for all Seas, all Ships (nach Walt Whitman))

O we can wait no longer,
We too take ship O soul,
Joy­ous we too launch out on track­less seas,
Fearless for unknown shores on waves of ecsta­sy to sail,
Amid the waf­ting winds, (thou pres­sing me to thee, I thee to me, O soul,)
Caro­ling free, sin­ging our song of God,
Chan­ting our chant of plea­sant exploration.

(IV The Explo­rers (nach Walt Whitman))

Werk­ein­füh­rung

Hin­ter­grün­de zu Kom­po­nist und Werk

Ralph Vaug­han Wil­liams gilt als Schlüs­sel­fi­gur der Wie­der­be­le­bung bri­ti­scher Musik im 20. Jahr­hun­dert. Seit dem Tod Hen­ry Pur­cells im Jahr 1695 hat­te Groß­bri­tan­ni­en kei­nen wahr­haft bedeu­ten­den Kom­po­nis­ten mehr her­vor­ge­bracht. Vaug­han Wil­liams Ein­fluss ist jedoch nicht nur in sei­nem umfang­rei­chen musi­ka­li­schen Schaf­fen, son­dern auch in sei­nen pro­gram­ma­ti­schen Schrif­ten begrün­det. Sei­ne musi­ka­li­sche Aus­bil­dung begann bei sei­ner Tan­te, die ihn sowohl das Kla­vier­spiel als auch Har­mo­nie­leh­re und Gene­ral­bass­spiel lehr­te. Zu sei­nen spä­te­ren Leh­rern gehör­te neben Max Bruch auch Mau­rice Ravel, der ihm schließ­lich nach lan­gen Stu­di­en das Gefühl gab, sei­nen eige­nen Weg gefun­den zu haben. Zwar war ihm die man­geln­de Iden­ti­tät bri­ti­scher Musik bewusst – wit­zel­te man doch am Ende des 19. Jahr­hun­derts, Eng­land sei „das Land ohne Musik” -, jedoch gab er einem musi­ka­li­schen Indi­vi­du­al­stil jedem natio­na­lis­ti­schen oder inter­na­tio­na­lis­ti­schen Ansatz Vor­rang. So lässt sich Vaug­han Wil­liams Kom­po­si­ti­ons­stil als mit einer­seits engem Tra­di­ti­ons­be­zug beschrei­ben. Ande­rer­seits ist sei­ne Har­mo­nik spät­ro­man­tisch-tonal erwei­tert, gele­gent­lich sogar bito­nal. Jedoch ver­zich­te­te er bewusst auf Dode­kap­ho­nie und nicht gefäl­li­ge Dis­so­nan­zen, da sei­ne Musik den Durch­schnitts­men­schen gefal­len soll­te und nicht für aus­schließ­lich Intel­lek­tu­el­le kom­po­niert wur­de. Die neun Sym­pho­nien sind als Mit­tel­punkt sei­nes Schaf­fens anzu­se­hen. Ihre Ent­ste­hungs­zeit umfasst den Zeit­raum von den ers­ten Skiz­zen zur „Sea Sym­pho­ny” 1903 bis zur Voll­endung der 9. Sym­pho­nie 1957, also ca. 55 Jah­re. Das „Pro­blem” Sym­pho­nie beschäf­tig­te ihn dem­nach durch­ge­hend, wes­halb sich gera­de an die­ser Gat­tung sei­ne kom­po­si­to­ri­sche Ent­wick­lung able­sen lässt. An Zahl und Gewicht ste­hen sei­ne neun Bei­trä­ge in einer Rei­he mit den Wer­ken der gro­ßen Sym­pho­ni­ker des 20. Jahr­hun­derts. Sei­ne enor­me Wand­lungs­fä­hig­keit, die Form von Sym­pho­nie zu Sym­pho­nie mit neu­em Inhalt zu fül­len, rief oft Erstau­nen her­vor: Von Natur- und reli­giö­ser Mys­tik (1., 3. und 5. Sym­pho­nie) über den Aus­druck von Lebens­freu­de (2. und 8. Sym­pho­nie), vom kom­pro­miss­lo­ser Här­te (4. und 6. Sym­pho­nie) bis hin zu tie­fer Melan­cho­lie (3., 7. und 9. Symphonie).

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