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Bild­mo­tiv Copy­right by Juven­ti­no Mateo

Die Schnee­kö­ni­gin

Eine neo­ro­man­ti­sche Ver­to­nung von Wolf­gang Roese des größ­ten Kunst­mär­chens von H. C. Ander­sen (Libret­to: Ute Knoed­gen) für gro­ßes Orches­ter, gemisch­ten Chor, Sopran & Sprecherin

Mit Schau­spie­le­rin Chris­Ti­ne Urspruch (Tat­ort Müns­ter) und Sarah Beh­rendt unter der Lei­tung von Wolf­gang Roese

InfosPro­grammSolis­tenHör­pro­benFör­de­rung
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10. Dezem­ber 2022

Lie­der­hal­le Stuttgart
Sams­tag, 10.12.22, 19 Uhr

Ein­lass ab 18 Uhr

Kon­zer­tende ca. 22 Uhr

21. Dezem­ber 2022

Kon­zert­haus Freiburg
Mitt­woch, 21.12.22, 20 Uhr

Ein­lass ab 19 Uhr

Kon­zer­tende ca. 23 Uhr

16. Janu­ar 2023

Phil­har­mo­nie Berlin
Mon­tag, 16.01.23, 20 Uhr

Ein­lass ab 19 Uhr

Kon­zer­tende ca. 23 Uhr

Wer ist sie, die Schnee­kö­ni­gin, die den puber­tie­ren­den Kay erst ver­führt, fast tot­küsst – ihn dann ent­führt, hoch in den Nor­den, wo er ganz blau vor Käl­te inmit­ten einer kal­ten, lee­ren Herr­lich­keit ganz allei­ne die Spie­gel­scher­ben sei­ner zer­sprun­ge­nen See­le wie­der zusam­men­fü­gen soll?

Ver­füh­re­risch ist sie, vol­ler unter­kühl­ter Ero­tik, per­fekt in ihrer eisi­gen Schön­heit – und exis­ten­zi­ell bedrohlich.

Sie hat ihren Ort – so sagt sie – im Spie­gel des Ver­stan­des und um Kay aus ihrer Gewalt zu erlö­sen, bedarf es eines star­ken Gegen­pols: Ger­da, Kays klei­ner Freun­din, die alle Kind­heits­er­fah­run­gen mit ihm teilt und ihn liebt und… die den ande­ren – den mühe­vol­len, sinn­lich-schmerz­haf­ten Weg der Erfah­rung geht. Gefähr­lich und lang ist die­ser Weg, vor allem, wenn man – wie die Ger­da des 19ten Jahr­hun­derts – naiv ist. Aber letzt­end­lich ist es ihre Unbe­irr­bar­keit im Gefühl, die Kays See­le heilt, so dass wir in einer gro­ßen Kreis­be­we­gung wie­der am Anfang der Geschich­te stehen…mit Som­mer und Rosen und der Idyl­le des Miteinander.

Hand­lung

Hans Chris­ti­an Ander­sen erzählt in “Die Schnee­kö­ni­gin”, wie das Herz des jun­gen Kay durch den Split­ter eines Zau­ber­spie­gels gefriert und in den Bann der Schnee­kö­ni­gin gerät.

Wäh­rend Kay kalt und steif in ihrem Eis­pa­last sitzt und ver­geb­lich ver­sucht, das “Eis­spiel des Ver­stan­des” zu lösen, macht sich sei­ne Freun­din Ger­da auf den aben­teu­er­li­chen Weg in den hohen Nor­den, um mit ihren Trä­nen Kays Herz wie­der aufzutauen.

Ein Mär­chen, das durch sei­ne Natur­me­ta­pho­rik besticht, aber auch dazu ein­lädt, die dar­ge­stell­ten Frau­en­ty­pen näher zu untersuchen.

Hans Chris­ti­an Andersen

Als Vor­la­ge für die Schnee­kö­ni­gin von Ute Knoed­gen und Wolf­gang Roese dien­te das gleich­na­mi­ge Mär­chen von Hans Chris­ti­an Ander­sen. Er wur­de am 2. April 1805 in Oden­se als Sohn eines däni­schen Schus­ters gebo­ren. Beses­sen von dem Ziel, berühmt zu wer­den, ver­ließ er mit vier­zehn sein ärm­li­ches Eltern­haus und ging allein nach Kopen­ha­gen. Aber den Gedan­ken an eine Kar­rie­re als Thea­ter­schau­spie­ler muss­te er sich bald aus dem Kopf schla­gen. Jonas Col­lin, ein hoher Beam­ter, nahm den unan­ge­pass­ten Her­um­trei­ber in die Fami­lie auf und beauf­trag­te sei­nen Sohn Edvard, dem auf­ge­zwun­ge­nen Bru­der Manie­ren bei­zu­brin­gen. Zwi­schen Edvard Col­lin und Hans Chris­ti­an Ander­sen ent­wi­ckel­te sich eine Art von Freund­schaft, auch wenn der spä­te­re Ban­kier den Dich­ter auf Distanz hielt und ihm zeit­le­bens das Du ver­wei­ger­te. Ander­sens Ent­täu­schung dar­über, dass er 1836 nicht zu Edvard Coll­ins Hoch­zeit ein­ge­la­den wur­de, soll sich in dem Mär­chen “Die klei­ne See­jung­frau” nie­der­ge­schla­gen haben.
1822 ermög­lich­te König Fried­rich VI. von Däne­mark dem begab­ten Sieb­zehn­jäh­ri­gen den Besuch der Latein­schu­le in Sla­gel­sen. Ein Jahr nach dem Abitur (1828) bestand Hans Chris­ti­an Ander­sen auch das Phi­lo­so­phi­kum. Nach Gedich­ten und humo­ris­ti­schen Berich­ten über sei­ne Rei­sen durch Deutsch­land, Frank­reich und Ita­li­en ver­öf­fent­lich­te er 1835 den teil­wei­se auto­bio­gra­fi­schen Roman “Impro­vi­sa­to­ren”, der noch im glei­chen Jahr unter dem Titel “Jugend­le­ben und Träu­me eines ita­lie­ni­schen Dich­ters” ins Deut­sche über­setzt wur­de. Hans Chris­ti­an Ander­sen ver­fass­te auch Dra­men und Erzäh­lun­gen. Welt­be­rühmt wur­de er durch sei­ne mehr als ein­hun­dert­sech­zig Mär­chen, die er 1835 bis 1848 in acht Bän­den publi­zier­te (Ander­sens Mär­chen). Dabei bear­bei­te­te er Volks­mär­chen, bis sie sei­nen lite­ra­ri­schen Ansprü­chen genüg­ten und von Kin­dern ver­stan­den wer­den konn­ten. Zugleich ach­te­te er dar­auf, dass sei­ne roman­ti­schen Kunst­mär­chen wie gespro­chen klin­gen. Hans Chris­ti­an Ander­sen starb am 4. August 1875 in Kopenhagen.

Inter­pre­ta­ti­on

Brief von Ute an Wolfgang
Frei­burg im August 2004

Hal­lo Wolfgang,

also, ein paar Bemer­kun­gen zur Inter­pre­ta­ti­on (rudi­men­tär und in Kür­ze) und ein paar Sät­ze zum Libret­to, wie ich es mir vorstelle.

Erst mal…ich bin froh, dass du die ursprüng­li­che, ori­gi­na­le Über­set­zung auch favo­ri­sierst. Sie ist epi­scher, in ihrer Ein­fach­heit schö­ner als die auf­ge­motz­ten neu­en. Ein paar weni­ge Stel­len wür­de ich umschrei­ben. Wel­che? Dar­über müs­sen wir reden.

Wir wer­den sehen…oder um mit Ander­sen zu sprechen:

“…sehen wir…”

Mei­ne eige­ne Inter­pre­ta­ti­on ist sowie­so ziem­lich radi­kal. Sogar eine sehr gute Freun­din hat mir zu mei­ner For­mu­lie­rung, dass es sich um ein “Puber­täts­dra­ma” han­delt, gemailt :

“…dass du gleich mit dem “puber­tie­ren­den” Kay anfängst, rückt es für mich etwas zu sehr auf eine jugend­psy­cho­lo­gi­sche Sex-Schie­ne. Es geht doch weder um Kin­des­miss­brauch noch um sexu­el­le Ent­wick­lung, son­dern um den Macht­kampf zwi­schen einer­seits Ego­is­mus, Ver­stand, Erfolg und ande­rer­seits Wär­me, Mensch­lich­keit, Liebe…”

Sie hat sicher recht…nur den­ke ich, ist eine musi­ka­li­sche Inter­pre­ta­ti­on viel­leicht gera­de die eine, die gegen den Strich hören / lesen lässt…die die Abgrün­de hör- und sicht­bar macht… also… “sehen / hören wir”…

Ich lese die­ses Mär­chen als eine Geschich­te des Erwach­sen­wer­dens, als Doku­ment der Befrei­ung aus der idyl­li­schen Welt der Kind­heit. Kay will es wissen…er sucht einen ratio­na­len Zugang zur Welt. Die Mär­chen der Groß­mutter, der magi­sche Zugriff auf das Leben rei­chen ihm nicht. Die Eis­kris­tal­le mit ihren idea­len, bere­chen­ba­ren For­men sind ihm ein­seh­ba­rer als die leben­di­gen, ver­gäng­li­chen Rosen. Gleich­zei­tig wird hier auf der Autore­ne­be­ne durch­aus Ratio­na­lis­mus­kri­tik sicht­bar… so schön und per­fekt die Schnee­kö­ni­gin auch ist, ihre Küs­se sind gefähr­lich… Sie küsst Kay fast tot.

Ger­da ver­kör­pert die Gefühls­i­che­re von bei­den Kin­dern (wie auch in den Volks­mär­chen über­nimmt sie die­se tra­dier­te Rol­le). Sie bleibt auch stär­ker dem tra­di­tio­nel­len Glau­ben ver­haf­tet bis zum Schluss der Geschich­te, gleich­zei­tig kann sie Kay magisch-mär­chen­haft, aber auch im christ­li­chen Sin­ne erlö­sen, denn Kays Sün­den­fall ist der Glau­be an den Ver­stand, die rei­ne Intel­lek­tua­li­tät. Das sym­bo­li­siert der “Spie­gel”, den die Kobol­de zum Him­mel hinauftragen.

Die­ser Spie­gel ist ein Zerr­spie­gel und steht für Ander­sens Über­zeu­gung, dass es der Ver­stand nicht ist, der uns die Wahr­heit zeigt. Ohne die Lie­be als kor­ri­gie­ren­de, tran­zen­den­ta­le Macht ist wah­re Erkennt­nis nicht mög­lich. Sym­bol dafür ist das Wort Ewig­keit ( Alpha est et O = Ome­ga… also: “Er ist Anfang und Ende” = Gott), das Kay nicht legen kann. Zwei­mal wird die Uhr genannt, in der 2. und 7. Geschich­te. Die Uhr ist die gequan­tel­te Zeit, sie ist ein­teil­bar und mess­bar. Wich­tig, rich­tig ist sie für unser Leben, aber nicht letz­te Erkenntnis.

Der “Ein­bruch” der Intel­lek­tua­li­tät bei Kay ist gleich­zei­tig die ers­te Berüh­rung mit der Sexua­li­tät. Ver­ständ­lich, weil das gro­ße The­ma der Geschich­te die “Ablö­sung” – und zwar für bei­de Kin­der – von der Mut­ter (der als groß erleb­ten Mut­ter… also wört­lich der Groß-mut­ter) ist. Die Schnee­kö­ni­gin ist die ers­te “ande­re” Frau für Kay. Die schwes­ter­li­che, also ase­xu­el­len Freun­din Ger­da kann die­sen Part noch nicht über­neh­men. Die Schnee­kö­ni­gin ist zugleich beschüt­zen­de, hal­ten­de Mut­ter (Man­tel, aber kal­ter Man­tel) und ver­füh­re­ri­sche, bedroh­li­che Frau “sonst küs­se ich dich tot” (also die ödi­pa­le Mutter).

Einen Vater, der Kay den Weg wei­sen kann, gibt es in die­sem Mär­chen nicht. Kay hat kei­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur. Die hat Ger­da auch nicht. Die Eltern wer­den kaum erwähnt. Wich­tig wird, was Ger­da tut, wie sie auf den Ver­lust ihres Freun­des reagiert, denn Kay macht nach der Begeg­nung mit der Schnee­kö­ni­gin kei­ne Ent­wick­lung mehr durch.

Das muss er auch nicht, weil die bei­den Kin­der erzähl­tech­nisch so etwas wie Dop­pel­gän­ger sind (Das gibt es in Volks­mär­chen eben­so wie in den Kunst­mär­chen). Ger­da ver­kör­pert Kay als “alter ego”, oder umge­kehrt. Sie sind und blei­ben auf­ein­an­der bezo­gen, ganz gleich, was geschieht. In die Din­ge, die Ger­da erlebt, ist Kay immer ein­ge­schlos­sen, sie bleibt mit ihm ver­bun­den und ihre Ent­wick­lung ist auf ihn übertragbar.

Die ein­zel­nen Sta­tio­nen in Kürze:

Die 1. Geschich­te ist so etwas wie ein Pro­log und der Hin­weis des Erzäh­lers, dass es etwas zu ler­nen gibt.

In der 2. und der 7. Geschich­te: Hier geht es um die Uhr­zeit, die Groß­mutter, christ­li­che Moti­ve: Geburt des Erlö­sers, Weih­nach­ten, kal­te Jah­res­zeit und die Rosen als Sym­bol der Lie­be und des Sommers.

Am Ende der 2. Geschich­te steht die Ent­füh­rung von Kay durch die Schnee­kö­ni­gin und die Tren­nung von Ger­da. Sie erlebt die­se Tren­nung als Tod des einen Teils ihrer selbst (Abspal­tung). Sie macht jetzt das Erwach­sen­wer­den schritt­wei­se als Suche durch. Am Ende fin­den sich bei­de Tei­le wie­der. Inter­es­sant ist, dass der Schluss so unero­tisch ist, wie nur möglich!!

In der 3. Geschich­te ver­lässt Ger­da ihr zu Hau­se (typi­sches Mär­chen­mo­tiv: In die Welt gehen! ). Inter­es­san­ter­wei­se opfert sie dafür ihre roten Schu­he (!), “die Kay noch nie gese­hen hat”. Sie wird von einer Zau­be­rin, einer Frau (nicht etwa von einem Mann) fest­ge­hal­ten, die ihr die Erin­ne­rung nimmt, weil sie das “klei­ne Mäd­chen” nicht her­ge­ben will (vgl. Schnee­kö­ni­gin und Kay). Ger­da lebt bei ihr in einem wun­der­schö­nen Blu­men­gar­ten. Die Blu­men im Gar­ten ver­kör­pern selbst­be­zo­ge­ne und ver­spon­ne­ne Wesen (nar­zis­tisch), die träu­men und von ech­ter Lebens­er­fah­rung nichts wis­sen. Das erkennt Ger­da irgend­wann auch und sagt es. Sie kann sich durch Trau­er (Trä­nen) befrei­en und hat jetzt die Sicher­heit, dass Kay lebt. Aus der nar­zis­ti­schen Mut­ter­bin­dung, in der sie als klei­nes unmün­di­ges Kind gehal­ten wur­de, befreit sie sich, ist jetzt fähig in die Welt zu gehen und Kay zu suchen.

Die 4. Geschich­te: Krä­hen spre­chen mit Ger­da in der Men­schen­spra­che, Ger­da – im Unter­schied zu vie­len Volks­mär­chen – ver­steht nicht die Tier­spra­che, die Fähig­keit der Groß-Mut­ter, die ja alles kann, hat Ger­da nicht. Sie braucht sie hier aber auch offen­sicht­lich nicht. (Ist ja auch ein kind­li­cher Glau­be, dass die gro­ße Mut­ter alles kann!). In die­ser Sequenz erlebt sie – zuerst als Erzäh­lung der Krä­he, dann als Beob­ach­te­rin – eine sexu­el­le Bezie­hung, sie hat dabei ein schlech­tes Gewis­sen (“als ob sie etwas Böses tun woll­te”). Aber sie erlebt sie im Gehei­men: das schein­ba­re Erken­nen des Prin­zen ist kör­per­be­zo­gen. Paar­bin­dung und Ero­tik sind in der 4. Geschich­te das The­ma… auch bei den zwei Krä­hen, hier iro­nisch verbrämt.

Ger­da träumt von Kay, aber der Erzäh­ler kenn­zeich­net es als Traum.

In der 5. Geschich­te befin­det sich Ger­da in der Kut­sche der Prin­zes­sin. Sie ist reich beschenkt. Und sie macht sich auf den Weg. Nach der Ero­tik ist die nächs­te Erfah­rung, die Ger­da erle­ben und inte­grie­ren muss, die der Gewalt. Auch das Räu­ber­mäd­chen ist ein “alter ego”, also ein gegen­sätz­li­cher Teil ihrer selbst. Die Beschrei­bung und der feh­len­de indi­vi­du­el­le Name legen das nahe. In die­ser Sequenz kann Ger­da ihre (eige­ne) Aggres­si­vi­tät wahr­neh­men und integrieren.

In der 6. Geschich­te sind Fremd­ar­tig­keit und Anders­ar­tig­keit The­ma. Die bei­den Frau­en “Fin­nin” und “Lap­pin” erin­nern an die Leit­fi­gur der Groß­mutter. Auch sie sind Wis­sen­de und hel­fen Ger­da wei­ter. Mitt­ler­wei­le hat das Mäd­chen sich aber inner­lich von der eigent­li­chen Groß­mutter weit ent­fernt, des­halb die Fremd­heit die­ser Frauengestalten.

In der 7. Geschich­te ist Ger­da mit ihrem christ­li­chen Glau­ben allei­ne. Sie ist eigen­stän­di­ge Per­son gewor­den, muß also die Käl­te der Intel­lek­tua­li­tät kör­per­lich schutz­los sel­ber erfah­ren und bestehen. Beim Anblick von Kay durch­lebt Ger­da noch ein­mal die Trau­er um den ver­lo­re­nen Freund, sie weint und ihre Lie­be bringt die kal­te gefähr­li­che Intel­lek­tua­li­tät in Bewe­gung, zum Tan­zen. Aus dem kal­ten Spiel des Ver­stan­des wird Erkennt­nis im Sin­ne des Bibel­wor­tes (“Er erkann­te sie”). Der Sieg über die Käl­te der Ratio, aber auch über die abge­spal­te­ne Ero­tik kann sich voll­zie­hen und die Erlö­sung von Raum und Zeit auf­schei­nen. Am Ende steht der Kreis­schluss und die Rück­kehr nach Hau­se auf höhe­rem Niveau: “Und es war Som­mer, war­mer, wohl­tu­en­der Som­mer”. Die Schnee­kö­ni­gin und der Win­ter sind vorbei.

Bleibt die Fra­ge: siegt jetzt doch die Idyl­le des 19. Jahr­hun­derts, sind die Wiss­be­gie­ri­gen gezähmt, Pro­me­theus an die Ket­te gelegt? Ich glau­be nicht, die Ver­än­de­run­gen sind zu deut­lich, Ger­da und Kay “sind erwach­sen geworden”…und wel­che Ein­wän­de soll­te aus­ge­rech­net ich gegen die über­schwäng­lich blü­hen­den Rosen am Ende haben…oder du, als ver­spä­te­ter Spätromantiker?

Lie­be Grü­ße, Ute

P. S.

Als Spre­che­rin mah­ne ich an: Der Ori­gi­nal­text hat 11.180 Wör­ter, mein jet­zi­ger, bear­bei­te­ter Text hat 9.251 Wör­ter. Die Dif­fe­renz sind 17 % Lese­zeit. Ins­ge­samt sind das immer noch 70 Minu­ten Spra­che… Hab Mit­leid und lass mich kür­zen!! Ute

eng­lish synopsis

The fairy tale «The Snow Queen» by Hans Chris­ti­an Ander­sen tells the moving sto­ry of Kay and Ger­da, who­se fri­end­ship is almost des­troy­ed by a magic mir­ror for­med by the devil hims­elf. Bro­ken into bil­li­ons of pie­ces it is scat­te­red over the world. If a splin­ter gets into a person’s eye, it turns his heart into a block of ice and makes him see only the bad and the ugly in all around him. One beau­tiful summer’s day, such a splin­ter drops into Kay’s eye and his heart beco­mes fro­zen and cruel. The fol­lo­wing win­ter he suc­cumbs to the Snow Queen’s charm and fol­lows her into her palace at the North Pole. While Kay is vain­ly attemp­ting to sol­ve the Snow Queen’s puz­zle and thus be able to com­ple­te the word «eter­ni­ty», Ger­da sets out on her adven­tur­ous jour­ney into the North to seek Kay and per­haps melt his fro­zen heart with her tears. This fairy tale both fasci­na­tes through its cold scenic imagery and its vivid characters.

The per­for­mance of the fairy tale «The Snow Queen» by Hans Chris­ti­an Ander­sen com­bi­nes the ori­gi­nal epi­cal text with the music of the com­po­ser Wolf­gang Roese. The human nar­ra­ti­ve voice ther­eby remains to be the com­mu­ni­ca­ti­on medi­um. Dra­ma­tiza­ti­on is not achie­ved on the text level but by jux­ta­po­si­ti­on of nar­ra­ti­ve text and music.

Quite a ven­ture it might be to con­trast a sin­gle nar­ra­ti­ve voice with an ensem­ble of 200 musi­ci­ans – choir, sym­pho­nic orches­tra and sopra­no. Yet it is on par with the pola­ri­ty of the text, in which the pro­cess of expe­ri­ence is oppo­sed with the over­whel­ming moment. It is fur­ther­mo­re a spe­cial fea­ture and talent of the com­po­ser to bring tog­e­ther some­thing osten­si­bly dis­pa­ra­te – a talent he has alre­a­dy given pro­of of in pre­vious concerts.

Schau­spie­le­rin Chris­Ti­ne Urspruch steht im Mit­tel­punkt des Wer­kes und ver­leiht den zahl­rei­chen Figu­ren ihre Stimme.

Jim Rake­te Info Info
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